mail@oppenheim-vogel.de    06232 – 877 26 11    Folgen Sie uns

FEUCHTIGKEITSSCHÄDEN

Verkäufer von Immobilien müssen auf starke Feuchtigkeitsschäden hinweisen.
Nach OLG Saarbrücken, Urteil vom 05.08.2008 – 4 U 90/08

Zwar müssen Kaufinteressenten bei älteren Gebäuden mit einem gewissen Maß an Feuchtigkeit rechnen, nicht aber mit einer extremen Durchfeuchtung der Kellerwände. Dies gilt erst recht dann, wenn die Kellerwände aufgrund kurz zuvor erfolgter Renovierungsarbeiten einen äußerlich trockenen Eindruck vermitteln und der Verkäufer die Durchführung der Renovierung und deren Anlass dem Kaufinteressenten trotz entsprechenden Wissensvorsprungs nicht mitteilt.

Der Bundesgerichtshof hat in einer Grundsatzentscheidung (BGH Urteil vom 16.06.1989, V ZR 74/88) eine Aufklärungspflicht lediglich unter zwei Voraussetzungen verneint, und zwar wenn wesentliche Mängel der Kaufsache einer Besichtigung zugänglich und diese ohne weiteres erkennbar sind

Ist also eine starke Durchfeuchtung für einen Kaufinteressenten nicht als solche erkennbar, so ist er später nicht gehindert dies als Mangel geltend zu machen

Zwar muss der Kaufinteressent bei älteren Gebäuden mit einem gewissen Maß an Feuchtigkeit rechnen, was im eigenen Interesse eine gründliche Inaugenscheinnahme nahe legt und die Aufklärungspflicht des Verkäufers einschränken kann, jedoch besteht keine Verpflichtung des Käufers, eine genaue Untersuchung des Kaufobjekts zu solchen Punkten durch „Sachverständige“ aus dem eigenen Lager vornehmen zu lassen.

Weist der Verkäufer den Kaufinteressenten auf ihm bekannte Feuchtigkeitsschäden nicht hin, so kann ihm Arglist vorgeworfen werden. Dies hat zur Folge, dass er sich nicht auf einen vertraglich vereinbarten Gewährleistungsausschluss berufen kann.

Hans Oppenheim

About Hans Oppenheim

Rechtsanwalt Hans Oppenheim ist Mitbegründer und Partner der Sozietät „Anwaltskanzlei Oppenheim & Vogel“. Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in den Bereichen des Baurechts, Familienrechts, Scheidung und Verwaltungsrecht.