DIE EINVERNEHMLICHE SCHEIDUNG

  • Hans Oppenheim
  • 8. Februar 2010

Kosten sparen durch die einverständliche Scheidung

Ein kurzer Einblick

Sind sich beide Ehegatten einig, dass eine Weiterführung der Ehe nicht gewollt ist und sind sie sich über die wesentlichen Scheidungsfolgen (Unterhalt, Versorgungsausgleich, Aufteilung des Hausrates) einig, so kann die einverständliche, im Volksmund auch einvernehmliche, Scheidung eine schnelle und kostengünstige Alternative darstellen.

Durch die Einführung des FamFG wurden auch die formalen Voraussetzungen an eine einverständliche Scheidung erleichtert.

Voraussetzungen
Das Wichtigste ist, dass sich beide Parteien darüber einig sind, dass Ihre Ehe geschieden werden soll.

Weiterhin müssen die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben. Das Trennungsjahr muss nicht zwingend in verschiedenen Wohnungen stattgefunden haben. Eine räumliche Trennung innerhalb einer gemeinsamen Wohnung kann hierbei ausreichend sein.

Schließlich muss ein Antrag auf Scheidung der Ehe beim zuständigen Gericht gestellt werden. Dieser Antrag muss durch einen Rechtsanwalt gestellt werden und soll eine Erklärung darüber enthalten, ob und wie sich über die Folgesachen geeinigt wurde.

Vorteile
Eine einverständliche Scheidung geht wesentlich schneller, da die Ehepartner die meisten Folgesachen ja bereits im Voraus geregelt haben.

Nur bei einer einverständlichen Scheidung ist es möglich, dass nur ein Ehepartner durch einen Rechtsanwalt vertreten wird. Hierdurch können Kosten in erheblichem Umfang eingespart werden. Dies geht jedoch nur dann, wenn der andere Ehepartner dem Scheidungsantrag lediglich zustimmen möchte.

Soll auch noch ein Vergleich über Folgesachen geschlossen werden oder ein Rechtsmittelverzicht erklärt werden, so muss sich auch der andere Ehepartner von einem Rechtsanwalt vertreten lassen.

Unter Umständen kann man sich hier eines sogenannten Fluranwalts bedienen.

Versorgungsausgleich
Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt auch nach Einführung des Versorgungsausgleichsgesetzes die Regelung über den Versorgungsausgleich, welcher unter anderem auch die gegenseitigen Rentenansprüche umfasst.

Durch das Versorgungsausgleichsgesetz hat der Gesetzgeber jedoch die Möglichkeiten von Vereinbarungen zwischen den Ehegatten erheblich verbessert und vereinfacht.

Kosten

Die Kosten der Scheidung sind abhängig von dem monatlichen Einkommen beider Ehepartner (vgl. § 43 Abs. 2 FamGKG). Das Gericht setzt den Streitwert aufgrund des Nettoeinkommens der letzten drei Monate beider Ehegatten fest. Anhand dieses Streitwertes berechnen sich sowohl die Gerichtsgebühren, als auch die Anwaltsgebühren.

Durch die einverständliche Scheidung kann, neben den Kosten eines zweiten Anwalts, unter Umständen auch ein Teil der Gerichtskosten eingespart werden.

Hans Oppenheim

About Hans Oppenheim

Rechtsanwalt Hans Oppenheim ist Mitbegründer und Partner der Sozietät „Anwaltskanzlei Oppenheim & Vogel“. Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in den Bereichen des Baurechts, Familienrechts, Scheidung und Verwaltungsrecht.