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UMGANGSRECHT DES VATERS / DER MUTTER

  • Hans Oppenheim
  • 21. August 2013

Auch der leibliche Elternteil eines nichtehelichen Kindes hat ein Recht sein Kind zu sehen und mit diesem Zeit zu verbringen.

Der europäische Gerichtshof für Menschenrecht hatte bereits 2011 entschieden, dass auch ein leiblicher Vater, der nicht mit der Kindsmutter verheiratet war, einen Anspruch auf Umgang mit seinem leiblichen Kind aus Art. 8 EMRK herleiten kann.

Daraus resultierend wurde im Jahr 2013 in Deutschland das Gesetz zur Stärkung der Rechte des leiblichen, nicht rechtlichen Vaters geschaffen. Dem leiblichen Vater steht damit grundsätzlich ein Anspruch auf Umgang zu, auch wenn es bisher keine engere Bindung gibt.

In vorbelasteten Fällen, etwa wenn es zwischen den Kindseltern zu Handgreiflichkeiten gekommen ist, aber auch wenn der Umgangsberechtigte nicht weiß, wie er den Umgang ausführen soll, gibt es die Möglichkeit eines begleiteten bzw. betreuten Umgangs. Dabei findet der Umgang in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes unter Begleitung von psychologisch geschultem Personal statt. Diese Form des Umgangs bietet sich vor allem auch dann an, wenn über einen längeren Zeitraum kein engerer Kontakt mehr zu dem Kind bestand.

Der Umgang kann auch nicht versagt werden, weil die Kindsmutter oder der Kindsvater mit einem neuen Partner zusammenlebt.

Soweit der Umgang verwehrt wird, steht der Rechtsweg vor dem Familiengericht offen.

Ausschlussgründe für den Umgang können sein:

  • Kindesmisshandlung
  • Verängstigungen oder Irritationen des Kindes
  • Entführungsgefahr
  • Krankheiten des Umgangsberechtigten

Daneben wird, mit zunehmendem Alter, auch der eigenen Meinung des Kindes eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung beigemessen.

Der Ausschluss oder die Beschränkung des Umgangsrechts darf gemäß Art.8 EMRK höchstens für ein Jahr erfolgen. Nach Ablauf dieser Zeit besteht ein Anspruch auf erneute Überprüfung und Entscheidung. Längere Überprüfungsfristen sind jedoch dann zulässig, wenn das Kindeswohl allein durch die Überprüfung des Umgangs gefährdet ist. (EuGHMR, Entsch. vom 17.5.2011 – Beschwerde Nr. 9732/10)

In Fragen des Umgangs- und Sorgerechts hilft Ihnen Ihr Anwalt in Speyer für Familienrecht gerne weiter.

Hans Oppenheim

About Hans Oppenheim

Rechtsanwalt Hans Oppenheim ist Mitbegründer und Partner der Sozietät „Anwaltskanzlei Oppenheim & Vogel“. Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in den Bereichen des Baurechts, Familienrechts, Scheidung und Verwaltungsrecht.